Katzenguide

Eigentlich hat jeder eine Vorstellung davon was eine Katze ist und hat sofort das Bild einer Katze seiner bevorzugten Rasse im Kopf. Dennoch weiß nicht jeder genau welche Bedürfnisse eine Katze hat und was sie zum Leben benötigt. Aus diesem Grund gibt es an dieser Stelle einen kleinen Katzenguide, mit den wichtigsten Informationen auf einen Blick. Dies erleichtert Anfängern den Einstieg in die Katzenhaltung, ist aber auch für erfahrene Halter lesenswert, denn auch unser Wissen über Katzen hat sich mit der Zeit Verändert und damit auch die grundlegenden Gedanken zur Katzenhaltung.

Verhalten

Das Gemüt der Britisch Kurzhaar Katze und der eng verwandten Britisch Langhaar Katze kann als entspannt, gesellig, ruhig, gemütlich, friedlich und wohlwollend beschrieben werden. Sie sind der Ruhepol, den ihr bäriger Körperbau verspricht und sie lieben kuscheln und schmusen mehr als toben und jagen. Dennoch haben auch Briten ihre „5 Minuten“ in denen sie aktiv spielen und haben auch sonst mehr oder weniger genau die selben Bedürfnisse, wie alle anderen Katzenrassen.

Toilette

Ihr tägliches Geschäft verrichtet auch ein junges Kätzchen schon sehr zuverlässig und selbständig auf rauem Bodengrund in dem es seine Hinterlassenschaften verscharren kann. Diese Eigenheit nutzt der Mensch aus, indem er seiner Katze für ihr Geschäft einen Behälter mit saugfähigem Granulat zur Verfügung stellt. Da eine Katze nicht unterscheiden kann was als Katzentoilette gedacht ist und was nicht, kann es passieren das sie ihr Geschäft in die Erde oder das feine Granulat von großen Blumentöpfen erledigt, deshalb sollte man diese oberflächlich mit großen Steinen abdecken.

Im Handel kann man Katzentoiletten in zahlreichen Ausführungen erwerben, welche aus einer Wanne mit oder ohne Haube und wiederum mit oder ohne Klappe bestehen. Eine Katze würde sich aber auch mit einem ausreichend großen flachen Gefäß (zB. Wanne, Blumenuntersetzer, Kunststoffkiste) zufrieden stellen, solange es mit Granulat gefüllt ist in dem sie scharren kann (zB. Sand, Erde, Sägespäne). Viele junge Kätzchen haben noch Angst vor der Klappe, weshalb sie erst später montiert werden sollte und manche Katzen akzeptieren die Klappe nie.

Die Katzentoilette sollte an einem zentralen Ort stehen, der für die Katze einfach und immer erreichbar ist. Häufig wird die Katzentoilette jedoch im Badezimmer aufgestellt und dann droht nach einem ausgedehntem Entspannungsbad eine unschöne Überraschung vor der verschlossenen Badezimmertür, denn Katzen halten ihr Geschäft nicht einfach an. Man sollte die Katzentoilette lieber im Flur aufstellen und wenn man mehrere Etagen bewohnt auch in jeder Etage, denn gerade junge, kranke oder alte Katzen haben es schnell mal eilig.

Die Anzahl der Katzentoilette richtet sich nach der Anzahl der Katzen und als Faustregel gilt mindestens so viele Katzentoiletten aufzustellen, wie man Katzen hält. Außerdem ist es eine Eigenheit das viele Katzen und Kater nicht die selbe Katzentoilette benutzen oder das manche Katzen zwei getrennte Katzentoiletten für das große und das kleine Geschäft bevorzugen.

Streu

Als Katzenstreu ist Klumpstreu oder extrem saugfähiges Streu zu empfehlen, da es Urin besser aufnimmt, bindet und leichter zu reinigen ist. Alle anderen Arten von Katzenstreu sind mit Vorsicht zu genießen, denn Kristalle werden gern gefressen, Puder kann sich auf die sensiblen Schleimhäute der Nase legen und Biostreu bindet Gerüche oft weniger gut und muss häufiger gewechselt werden.

Katzen haben den natürlichen Drang ihre Hinterlassenschaften mehr oder weniger gut zu verscharren, weshalb das Katzenstreu in der Katzentoilette eine Höhe von etwa 5 cm haben sollte. Außerdem sind Katzen sehr reinlich und meiden eine schmutzige Katzentoilette, daher muss man die Klümpchen mindestens einmal täglich mit einer Siebschaufel heraus holen. Die Katzengeschäfte sollten stets direkt in einer Tüte in der Mülltonne entsorgt werden und Schwangere sollten die Reinigung der Katzentoilette jemand anderem überlassen, um eine Erstinfektion mit dem fruchtschädigenden Toxoplasmose Erreger auszuschließen.

Hin und wieder muss das Katzenklo auch komplett gelehrt oder gereinigt werden. Gutes Streu zeigt dies durch eine Änderung von Farbe und Struktur an, es wird dunkler, zerbröselt oder wird matschig. Dann sollte das gesamte Streu entsorgt und die Katzentoilette mit heißem Wasser aus der Brause gründlich abgeduscht und anschließend an der Luft getrocknet werden. Heißes Wasser tötet Keime sehr zuverlässig und es ist nicht notwendig oder empfehlenswert Reinigungsmittel oder Desinfektionsmittel zu verwenden, da die Katzentoilette dann aus Sicht der Katzen aggressiv riecht und womöglich nicht mehr genutzt wird.

Kratzmöbel & Kratzbaum

Für eine Katze sind ihre Krallen wichtige Werkzeuge (zB. zum festhalten oder als Besteck) und sie pflegen diese wie wir unsere Nägel. Die Krallen bestehen aus mehreren Schichten, wie eine Zwiebel wovon sich mit der Zeit die äußerste Hülle löst, weshalb die Krallen der Katze nicht geschnitten werden dürfen. Damit die äußere Hülle abfallen oder geschärft werden kann muss die Kralle regelmäßig gefeilt werden. Doch auch wenn manche Katzen diese Hülle selbst abbeißen, gehört das Wetzen der Krallen zu ihren Bedürfnissen und kann ihnen nicht einfach abgewöhnt werden.

Katzen wetzen ihre Krallen vornehmlich am rausten Gegenstand in ihrer Umgebung und es liegt am Menschen Kratzmöbel zur Verfügung zu stellen, die sie dafür nutzen können. Andernfalls nutzt die Katze eben die Möbel oder den Teppich zur Krallenpflege, was häufig nicht gerade zur Freude des Menschen beiträgt. Wer Sisalteppiche oder Rattanmöbel mag sollte sich darauf gefasst machen, das diese zum Kratzen missbraucht werden, denn eine Katze weiß nicht das diese nicht dafür gedacht sind.

Katzen sind wahre Kletterkünstler und es treibt sie in der freien Natur gern in Baumkronen, auf Mauern und Dächer. Diese erhabenen Orte nutzen sie zum Jagen, Entspannen oder als Versteck vor Gefahren. In unserer Wohnung können schon ein ungewohntes Geräusch oder fremder Besuch für eine Katze Grund genug sein ein hohes Versteck aufzusuchen. Genauso lieben es Katzen zu spielen und zu jagen, wobei sie gern klettern oder erhöhte Orte aufsuchen. Eine Katze ist dabei nicht wählerisch und steigt auch auf den hohen Kleiderschrank oder die Küchenhängen, jedoch oft nicht ohne Spuren zu hinterlassen. Als Mensch kann man der Katze nun in beengten Wohnräumen passende Aufstiegsmöglichkeiten und Höhlen oder Kuschelplätze auf hohen Möbeln bieten oder einen hohen Kratzbaum als Spielplatz und zum Wetzen der Krallen zur Verfügung stellen.

Ernährung

Eine Katze benötigt Wasser und Futter, wobei man dabei Trockenfutter und Nassfutter unterscheidet. Wasser und Trockenfutter sollten der Katze immer zur Verfügung stehen, Nassfutter sollte sie dagegen in altersgerechten Portionen erhalten. Dazu schafft man sich idealerweise 2 Sets von je 3 Schalen an, die idealerweise aus Edelstahl bestehen und so auch im Wechsel im Geschirrspüler landen können. Edelstahl ist aber nicht nur pflegeleicht und hygienisch, sondern das Klirren bei der Futterzubereitung ist auch eine tolle Glocke, mit der man seine Katzen auch im Notfall schnell anlocken kann. Schalen aus Holz und Kunststoff bekommen dagegen sehr schnell Risse, in denen sich Keime festsetzen können und Keramik oder Glas kann zerspringen und für schlimme Verletzungen durch Scherben sorgen.

Katzen regulieren ihren Flüssigkeitshaushalt in der freien Natur fast ausschließlich über die Beutetiere, denn diese bestehen zum größten Teil aus Wasser. Aus diesem Grund neigen Katzen dazu viel zu wenig zu trinken und durch das Trockenfutter wird dem Körper bei der Verdauung sogar noch Wasser entzogen. Dennoch erfüllt Trockenfutter eine wichtige Aufgabe, denn natürliche Nahrung bietet Katzen viel mehr zum Beißen, wodurch ihre Zähne gereinigt und poliert werden. Außerdem neigen viele Katzen zu nächtlichen Aktivitäten, in denen sie ihren Appetit mit Trockenfutter stillen können.

Neben dem Trockenfutter sollten Kitten bis 4 Monate 3x täglich, Halbstarke bis 1 Jahr 2x täglich und Erwachsene Katzen 1x täglich eine Portion Nassfutter bekommen. Die Menge sollte dem entsprechen, was sie mit einem Mal verspeisen können. Lediglich bei ausgewachsenen Kastraten sollte man auf das Gewicht achten und die Portionsgröße entsprechend anpassen, um Fettleibigkeit zu vermeiden. Außerdem sollte man darauf achten ausschließlich Nassfutter in Soße und nicht in Gelee zu verfüttern, damit ausreichend Flüssigkeit in der Nahrung ist. Sollte eine Katze sehr wenig trinken kann man jeder Portion Nassfutter noch ein wenig Wasser zugeben, da die Soße von den meisten Katzen mit Vorliebe zuerst aufgeschleckt wird. Sollte einmal das Nassfutter ausgegangen sein kann man auch kurzzeitig Trockenfutter mit Wasser abdecken und kurz in die Mikrowelle geben, nach dem Abkühlen ist es aufgequollen und kann verfüttert werden.

Da Katzen häufig zu wenig trinken, was oft zu Erkrankungen der Nieren und der Harnwege führt, sollte man darauf sehr genau achten. Zum einen sollte stets eine Schale mit Wasser bereit stehen und zum anderen sollte man die Vorlieben der Katze berücksichtigen. Manche Katzen trinken ausschließlich fließendes Wasser oder frisches Regenwasser, da es in der Natur die geringste Keimdichte hat und damit vor Erkrankungen schützt. Wenn die eigene Katze gern aus der Dusche oder dem Wasserhahn trinkt sollte man ihr das gewähren und vielleicht sogar über die Anschaffung eines Zimmerbrunnens nachdenken. Andere Katzen schlecken gern frisches Regenwasser vom Balkongeländer oder Fensterbrettern und auch hier kann es sinnvoll sein extra Schalen aufzustellen, um Regenwasser aufzufangen.

Bei der Wahl der Futtersorte streiten sich die Geister, ob nun nur das Futter eines Herstellers verfüttert werden sollte oder lieber von mehreren und ob nur teures Futter zu füttern ist oder auch das günstige Futter gut ist. Ich kann daher nur meine persönlichen Gedanken mit auf den Weg geben und die Entscheidung jedem selbst überlassen.

Jeder Hersteller hat in seinem Angebot mehrere Sorten, bei denen er einen recht geringen Anteil einer bestimmten Geschmacksrichtung verspricht (zB. 10% Geflügel, Fisch, Rind etc.) und bei mir erhärtet sich der Verdacht, das eigentlich alle Sorten gleich sind und sich nur durch Farbe und Stückgröße unterscheiden. In der Natur steht dagegen ganz unterschiedliches Kleingetier von der Maus bis zum Vogel auf dem Speiseplan einer Katze. Es erscheint mir daher sehr einseitig nur das Futter eines Herstellers zu verfüttern, denn so könnten auch Mangelerscheinungen durch ungünstige Verteilungen an Vitaminen oder Nährstoffen entstehen. Weiterhin ist es auch eine Tatsache das Katzen die jahrelang nur eine Futtersorte gewohnt sind, auch nur diese bevorzugen und teilweise sogar mit Durchfall auf andere Sorten reagieren. Nicht auszudenken welche Probleme entstehen, wenn der Hersteller der einzig akzeptierten Futtersorte plötzlich seine Produktion umstellt oder von der Bildfläche verschwindet. Wahrscheinlich ist es besser Futter von mehreren Herstellern zu verfüttern, um mehr Abwechslung, Ausgewogenheit und Sicherheit zu haben.

Weiterhin reichen die Preise von Katzenfutter je nach Hersteller von günstig bis teuer, wobei ich absichtlich nicht von hochwertiger oder minderwertiger Qualität sprechen möchte, denn das sagt der Preis nicht aus. Bei Lebensmitteln ist bereits bekannt, das auch viele günstige Produkte eine sehr gute Qualität aufweisen, da viele Hersteller identische Produkte unter einer teuren und unter einer günstigen Marke verkaufen. Auch die Beliebtheit eines Futters bei der Katze ist kein sicherer Beweis für Qualität, denn häufig sorgen Lockstoffe und bestimmte Verhältnisse von Nährstoffen für die Beliebtheit von Katzenfutter, ebenso wie bei Chips und Cola für den Menschen. Man sollte daher vielleicht hier und da die Hersteller Nummern von günstigem und teurem Katzenfutter vergleichen und die Qualität vielleicht nicht allein am Preis ausmachen, sondern unabhängige Studien und Tests heranziehen.

Davon abgesehen ist das gesündeste Futter natürlich das aus der Natur, was man einer Wohnungskatze aber nicht bieten kann. Eine alternative zum Fertigfutter ist natürlich die Rohverfütterung (BARF), welche aber hinsichtlich der Zubereitung recht aufwendig und in Sachen der Zugabe von Mineralien und Spurenelementen dazu noch unheimlich kompliziert ist. Dennoch kann man seiner Katze hin und wieder etwas gutes tun, indem man rohes Muskelfleisch oder Innereien verfüttert, denn in der Natur kocht keine Katze ihre Beute vor dem Verzehr.